ALS Diagnose / Diagnostik | Amyotrophe Lateralsklerose

ALS – Diagnostik

Bis zur sicheren Diagnosestellung einer ALS sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Diagnose ALS nicht durch eine einzelne Untersuchung gestellt werden kann, sondern nur in der Gesamtschau der Befunde möglich ist. Es gibt bisher keinen einzelnen Messwert, der eine ALS beweist. Ziel der Diagnostik ist daher andere Krankheiten auszuschließen, die der ALS ähnlich sind, wie z.B. Polyneuropathien, Nervenentzündungen, Muskelerkrankungen oder andere schwere Allgemeinerkrankungen.

Hierfür werden in der Regel folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Neurophysiologische UntersuchungenAmyotrophe lateralsklerose - Die Diagnostik
  • Blutuntersuchungen
  • MRT
  • Liquor (Untersuchungen des Nervenwassers)
  • selten: Muskelbiopsie (Entnahme einer Muskelprobe)
  • seltenst: genetische Untersuchungen

ALS Diagnostik - ElektroneurographieDurch neurophysiologische Untersuchungen wie die Nervenleitgeschwindigkeitsmessung oder die Elektromyographie (Untersuchung der elektrischen Aktivität des Muskels mittels einer Nadelelektrode).
Diese Untersuchungen können andere Veränderungen ausschließen oder eine Ausbreitung auf andere Körperregionen, die bisher unbemerkt war, nachweisen.


Eine MRT-Untersuchung (Magnet-Resonanz-Therapie, ugs. „laute ALS Diagnostik - MRT (Magnet-Resonanz-Therapie)Röhre“ genannt) können durch Bilder des Gehirnes andere Krankheiten ausgeschlossen oder Hinweise für eine ALS aufgespürt werden.

 


ALS Diagnostik - Elektroneurographie
ALS Diagnostik – Elektroneurographie

Die Blutuntersuchungen dienen dazu, Hinweise im Blut zu finden, die auf andere Krankheiten, wie eine Schilddrüsenerkrankung oder Muskelkrankheit, schließen lassen.

Die Liquoruntersuchung dient in erster Linie dazu, Entzündungen zu entdecken, die sich im Nervenwasser (=Liquor) nachweisen lassen.

Bei der sehr selten notwendigen Muskelbiopsie wird ein kleines Stück Muskel entnommen (an Arm oder Bein). Die Gewebeprobe wird im Labor speziell auf Muskelkrankheiten untersucht, die einer ALS ähneln können, wie z.B. eine Vaskulitis (=Störung durch Entzündung der kleinen Gefäße, die Muskeln und Nerven versorgen).

Genetische Untersuchungen sind zur Diagnosestellung nicht notwendig. Sie sind entweder von wissenschaftlichem Interesse oder nur in ganz bestimmten Situationen weiterführend (s. auch FAQ).

Je nachdem, wie die Symptome, die klinische Untersuchung und die anderen Befunde ausfallen, können unterschiedliche Untersuchungen, zugeschnitten auf den jeweiligen Patienten notwendig sein. Dies muss der behandelnde Arzt individuell entscheiden. In besonderen Fällen können teilweise auch noch andere Zusatzuntersuchungen erforderlich sein.

Die Diagnose einer ALS hat folgende Vorraussetzungen: 

  • kombinierte und eindeutige Degeneration des 1. und 2. Diagnose ALS - FaktorenMotoneurons
  • Ausbreitung der Symptome (oder Befunde) auch auf andere Körperregionen
  • Ausschluss anderer Ursachen der Symptome