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ALS-Gesprächskreis in Erlangen

Am 06.02.2010 findet organisiert durch die DGM Bayern der nächste ALS-Gesprächskreis statt. Die Firma Reha & Care stellt spezielle Hilfsmittel für Betroffene vor.

Ort: Palmeria, Personalrestaurant der Unikliniken, Ulmenweg, ggü. Nichtoperativem Zentrum
91054 Erlangen
Zeit: 14.30 Uhr.
Es wird gebeten, sich unter Tel.Nr.: 09131-8536939 vorher anzumelden.

Anakinra mit positiven Effekt bei ALS-Mäusen

In einem Test an den transgenen SOD1-Mäusen (ALS Mäuse) mit dem für rheumatischen Erkrankungen eingesetzten Medikament Anakinra, konnte eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufes bei ALS festgestellt werden. Die Ergebnisse, welche am Max-Planck-Institut für Infektionsmedizin in Berlin erzielt wurden, waren so positiv, dass nun eine Therapiestudie für den Anfang 2010 geplant ist. Die Vorgesehene Studienzeit beträgt 12 Monate.
(Autor: Robert Suck)

Mito Target Studie (TRO 19622)

In verschiedenen Untersuchungen wurde eine mögliche positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufes bei ALS-Patienten mit Hypercholesterinämie und Hypertriglyzeridämie beobachtet. Der Zusammenhang ist letztlich noch unerforscht. Ein Medikament der französischen Pharmafirma „Trophos“ hat Ähnlichkeiten in der Struktur wie Cholesterin und hat bei der Anwendung an ALS-Mäusen Hinweise für eine Krankheitsverlangsamung ergeben.
In einer 18-monatigen Therapiestudie in Deutschland, Frankreich Belgien und Italien soll das Medikament in Verbindung mit Riluzol getestet werden.
(Autor: Robert Suck)

Weiteres ALS-Gen entdeckt

Neben den bereits bekannten Genen SOD-1 und TDP-43 wurde nun ein weiteres Gen entdeckt, welches für eine Gruppe der familiären Form der ALS ursächlich ist. Das Gen mit der Bezeichnung ALS-6 wird als weiterer Meilenstein in der Erforschung der Krankheit angesehen.
Nach jetzigem Stand ist es zwar nur in etwa 4% der Fälle bei den an familiärer Form erkrankten ALS-Patienten nachweisbar, erlaubt aber dennoch die Erforschung, ob es Gemeinsamkeiten mit den beiden anderen Genen gibt. Sollte dies der Fall sein, ist dies für die Grundlagenforschung und der Erschaffung besserer Mausmodelle von großer Bedeutung.
(Autor: Robert Suck)

Lithium - aktueller Forschungsstand

An der Universität Milano wurde eine kleinere Studie zur Behandlung mit Lithium bei der ALS durchgeführt. Hierbei wurden der bekannten SOD-1 Maus ab dem 75. Tag Lithium verabreicht. Im Schnitt verringerte sich die Überlebenszeit um 9 Tage, sodass dies auf den ersten Blick eher ernüchternd ist.
Dennoch ist diese kleine Studie nicht als repräsentativ anzusehen. In Italien läuft derzeit bereits eine Studie an ALS-Patienten und in den Ländern England, USA und Kanada ist ebenfalls eine entsprechende Studie geplant. Die Ergebnisse sind abzuwarten um eine eindeutige Aussage über die Wirksamkeit von Lithium bei ALS zu treffen.
(Autor: Robert Suck)

Immunsystem bei ALS-Patienten altert

Scheinbar altert das Immunsystem bei ALS-Patienten rasend. Dies konnten nun ein Team aus amerikanischen und israelischen Wissenschaftler anhand von Tests bei ALS-Patienten und ALS-Mäusen nachweisen.
Die so genannte CD4+ T-Zellen (Abwehzellen im Immunsystem), wachsen und reifen im Thymus, bevor sie ins Blut gelangen. Die Anzahl der zu den Lymphozyten zählenden Helferzellen, sind bei ALS-Patienten reduziert. Die Folge ist, dass der Thymus sich verkleinert und die Funktion daher beeinträchtig wird. Dies geht einher mit dem Untergang der Motoneuronen, welche für die Muskelbewegungen zuständig sind.
Michal Schwartz, Professor für Neuroimmunologie am Weizmann Institut in Rehovot, Israel und Autor der Studie sagte: "Wenn sich die Fehlfunktion der T-Zellen als Faktor zur Entwicklung von ALS bestätigen lässt, sollten neue Therapiestrategien genau darauf abzielen. Der Thymus könnte wiederhergestellt oder transplantiert werden".
(Autor: Robert Suck)

Enzym könnte helfen

Wissenschaftler verschiedener US-Universitäten haben in einer Variante des aktivierten Proteins C (ACP) das Potenzial entdeckt, den Zelltod bei ALS-Patienten zu verzögern. Dies konnte in Versuchen mit den transgenen Mäusen nachgewiesen werden. Das entzündungshemmende Enzym ACP verlängerte dabei das Leben der Mäuse mit fortgeschrittener ALS um 25 Prozent.
Eine abgewandelte Form des ACP ist bereits in der Therapie gegen Sepsis im Einsatz und zugelassen. Laut Studienleiter ist diese aber aufgrund von zu hohen Nebenwirkungen wie beispielsweise unkontrollierte Blutungen für die Therapie bei ALS-Patienten ungeeignet. Nun sollen aber andere Varianten des Enzyms an den SOD1-Mäusen getestet werden. Eine Studie an ALS-Patienten kann aber frühestens in 5 Jahren erfolgen.
(Autor: Robert Suck)

Rheinland-Pfalz startet mit ALS-Register

In einer bisher einmaligen Aktion, versucht die Neurologische Klinik am Klinikum Ludwigshafen neue Erkenntnisse für mögliche Ursachen der ALS zu finden.
Seit dem 01.10.2009 werden alle neu erkrankten ALS-Patienten erfasst und dabei über einen Fragebogen zu bisherigen Lebensstil, zu vorausgegangenen Unfällen oder psychischen Extremsituationen sowie zur familiären und beruflichen Situation befragt. Die Teilnahme ist freiwillig und wird unter strengen datenschutzrechtlichen Kriterien durchgeführt. „Diese persönlichen Daten sind äußerst wichtig, um mögliche und bisher nicht bekannte Ursachen einer ALS zu erfassen. Darüber hinaus bitten wir die Patienten um eine Einschätzung ihrer derzeitigen Lebensqualität anhand einer vorgegebenen Skala“, erläutert Studienleiter Dr. Joachim Wolf, Oberarzt der Neurologischen Klinik.
Ähnliche Projekte gibt es bereits in Italien, Schottland und Irland wo bereits umfangreiche Daten vorliegen.
Ein ähnliches Projekt in Deutschland wurde durch Herrn Prof. Ludolph von der Uniklinik Ulm bei der DFG beantragt. Die Entscheidung ob das Projekt gestartet werden kann, steht aufgrund finanzieller Fragen noch aus
(Autor: Robert Suck)