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Mai 2008  

ALS-Internetseite für den Online-Grimme Preis ....

... nominiert!
Wie das renommierte Grimme Institut bekannt gab, stehen die Nominierungen des diesjährigen Grimme-Online-Awards fest. Unter anderem wurde die Internetseite einer ALS-Patientin nominiert. Frau Sandra Schadek berichtet auf Ihrer Internetseite über Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit ALS und deren Verlauf. Darüber hinaus kann man viel Wissenswertes über die Erkrankung dort erfahren.

Quelle:Grimme Online

Update:
Wie der Onlinedienst von Grimme mitteilt, wurde die besagte Internetseite von Frau Schadek nun mit dem Publikumspreis des Online-Grimme-Award ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Entscheidung!

Pioglitazone erneut im Fokus

Pioglitazone ist ein Wirkstoff der bei Diabetes mellitus breite Anwendung findet und schon seit lange erfolgreich eingesetzt wird.
Schon frühere kleinere Studien an der transgenen ALS-Maus zeigten Hinweise, dass der Wirkstoff neuroprotektive und entzündungshemmende Effekte haben kann. In einer neuerlichen Studie einer Arbeitsgruppe aus Japan wurden diese Hinweise bestärkt. Die mit Pioglitazone behandelten Mäuse zeigten eine Verlangsamung des Verlaufes und eine Erhöhung der Überlebenszeit. Nicht zuletzt aus diesem Grunde wird eine placebokontrollierte randomisierte Studie in Deutschland von der Universitätsklinik Ulm initiiert. Welche ALS-Zentren in Deutschland daran teilnehmen werden, wird vorraussichtlich im Juni dieses Jahres feststehen.
Auch wenn dies wieder ein neuer Forschungsansatz ist, gilt zu bedenken, dass viel versprechende Ergebnisse aus früheren Studien an der transgenen ALS-Maus sich nicht auf den Menschen übertragen ließen.

April 2008  

Studie zu Lithium bei ALS

Im Februar dieses Jahres wurden Ergebnisse einer italienischen Studie veröffentlicht, in der die Wirksamkeit von Lithiumcarbonat an 44 ALS-Patienten untersucht wurden. Demnach habe Lithium in Verbindung mit Riluzol eine Reduzierung der Progression bei ALS bewirkt.
Die Ansätze klingen auf den ersten Blick wirklich erstaunlich gut, lassen jedoch bei genauerer Betrachtung der Studie aber auch Zweifel daran. So ist eine Studie beispielsweise mit „nur“ 44 ALS-Patienten wissenschaftlich nicht repräsentativ. Auch sind Schweregrad und Verlauf bei den Probanden nicht unbedingt gleich zu bewerten gewesen.
Die DGM hat ein Merkblatt veröffentlicht, welches von Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Motoneuron-Ambulanz, Klinikum der Universität München und Prof. Dr. Thomas Meyer, ALS-Ambulanz,
Charité – Universitätsmedizin Berlin herausgegeben wurde. Sie finden dieses Merkblatt hier.
Den Ausführungen dort ist auch von unserer Seite aus derzeit nichts entgegenzusetzen. Dennoch möchten auch wir vor unkontrollierter Einnahme von Lithium warnen. Nach derzeitigem Stand ist dies rein experimentell und sollte auf jedem Fall ärztlich begleitet werden.

März 2008  

Ansatz zur Genforschung bei ALS

Der Forscher Ian Wilmut, bekannt geworden durch das klonen des Schafes „Dolly“, forscht nun an der Zurückprogrammierung von Hautzellen.
Ursächlich für die neue Forschungsarbeit ist, dass japanischen Forschern um Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto gelungen ist, menschliche Hautzellen in einen embryonalen ähnelten Zustand zurückzuversetzen. In diesem Zustand ließen sich die Zellen in die verschiedensten Zellen weiterentwickeln. Dies könnte das Streitthema um das therapeutische Klonen relativieren und neue Wege in der Stammzellforschung eröffnen.
Ian Wilmut, inzwischen an der Universität Edinburgh tätig, entnahm nun Hautzellen von ALS-Patienten um diese zurückzuprogrammieren. Diese möchte er dann zu Nervenzellen heranwachsen lassen, um damit neue Wirkstoffe zu testen und zu erforschen.

Januar 2008 

ALS-Gesprächskreis in Erlangen

Am 09.02.2008 findet der nächste ALS-Gesprächskreis in Erlangen statt.
Herr Dr. Moriabadi vom Neuromuskulärem Zentrum an der Uni-Klinik Erlangen wird medizinische Informationen zum Krankheitsbild geben und steht anschließend für Fragen gerne zur Verfügung.

Aus immer wieder aktuellem Anlass wird Herr Joost vom Betreuungsnetzwerk Erlangen Informationen zur Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung geben. Darüber hinaus geht Frau Dietzel vom Hospizverein Erlangen auf das Thema Patientenverfügung ein.

ALS-Gesprächskreis
am Sa. 09.02.2008 um 14.30 Uhr
Ort: Palmeria, Personalrestaurant der Unikliniken, ggü. Nichtoperativem Zentrum
91054 Erlangen, Ulmenweg

Um Voranmeldung wird bis spätestens 07.02.2008 gebeten:
Frau Meisner Tel.:09131-8536939

Umstrittene Klinik in Peking geschlossen

Die in Peking ansässige Klinik für Stammzelltherapie unter der Leitung von Dr. Huang wurde nun von der chinesischen Regierung geschlossen. Das dortige Gesundheitsamt reagiert damit auf zahlreiche Hinweise unter anderem auch von ALS-Patienten in der ganzen Welt, die der Klinik „Scharlatanerie“ und „Erzeugung unberechtigter Hoffnungen“ vorwerfen.
Immer wieder wurde auch in den Medien über diese Klinik berichtet. Der im vergangenem Jahr verstorbene Maler Jörg Immendorf begab sich 2005 in die dortige Behandlung und ließ sich fötale Stammzellen in das Gehirn injizieren.
Unabhängig davon, dass es nach wie vor keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Erfolge einer derartigen Behandlung gibt, schlug eine Reise nach Peking vor allem finanziell zu Buche.
Wir gratulieren der chinesischen Regierung zu der, unserer Meinung nach längst fälligen, Schließung.

Schrittmacher für Zwerchfell erstmals an ...

ALS-Patienten implantiert
Wie in unseren letzten News berichtet, wurden Spendengelder aus einer Benefizgala dazu verwendet, um in Deutschland erstmals einen Schrittmacher für das Zwerchfell bei ALS-Patienten zu implantieren.
In Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Cleveland wurden an der Berliner Charitè nun an 2 ALS-Patienten der Eingriff vorgenommen. Hierzu kam unter anderem eigens Dr. Raymond Onders, Entwickler des Stimulators und Leiter der Klinik in Cleveland, aus den USA nach Deutschland. Der Eingriff, über deren Wirksamkeit bei ALS-Patienten es noch keine Erkenntnisse gibt, verlief komplikationslos. Die Hoffnung ist aber, den Zeitpunkt der notwendigen Maskenbeatmung hinauszögern zu können. Hierzu läuft erstmals auch in den USA eine Studie. Ergebnisse sind aber nicht vor Ende des Jahres 2008 zu erwarten.

Erforschung der Gliazellen

Unter der Leitung der Uni Bonn wird nun ein Internationales Forschungsvorhaben gestartet, welches die Erforschung der Gliazellen im Gehirn zum Ziel hat.
Interessantester Punkt ist die Fragestellung, ob die Fehlfunktion von defekten Gliazellen eine Rolle bei der Entstehung von Hirnkrankheiten wie beispielsweise der ALS spielen. Gliazellen machen einen Großteil der Zellen im Gehirn aus, wobei diese keine Nervenzellen darstellen im Sinne von elektrisch aktiven, impulsvermittelnden Zellen. Gliazellen könnten eine wichtige Rolle nicht nur in der Versorgung der Nervenzellen, sondern auch als Immunzellen und bei vielen anderen Funktionen spielen. Daher sind auch bei der ALS intensive Forschungen über die Gliafunktion oder - fehlfunktion sinnvoll.
Das Forschungsvorhaben, an dem ein internationales Forscherteam involviert sein wird, ist mit drei Millionen Euro dotiert.